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Politik in Moscheen

Sind die politischen Ansichten vieler Moscheen ein Grund, in diesen das Freitagsgebet nicht zu beten?

Frage:
Aus Qurʾān und Sunna geht hervor, dass ein schwerwiegender Hinderungsgrund vorliegen muss, um das Freitagsgebet nicht zu beten. Mich würde interessieren welche Gründe das sein können. Könnte folgender Fall dazu zählen:
Viele Moscheen vertreten eine bestimmte politische Einstellung. Das ist unter anderem aus den Vereinsordnungen oder der Einstellung der Menschen in den Moscheen zu erkennen. Teilweise rufen die Menschen in den Moscheen zu Wahlen bzw. zur Empathie gegenüber der Demokratie auf. Dies ist aus Sicht des Islam als heikel einzustufen. Kann dies als Hinderungsgrund gesehen werden, um das Freitagsgebet in dieser Moschee zu meiden? Wird dies als triftiger Grund angesehen?
Die meisten Moscheen vertreten in westlichen Ländern leider diese Gedanken.
Bârakallâhu fîkum und möge Allah uns zu rechtsschaffenen Muslimen machen!

Antwort:
Solange wir sie als unsere Glaubensgeschwister akzeptieren, müssen wir bereit sein, uns mit ihnen die Moscheen zu teilen.
Wir müssen es akzeptieren, dass wir mit Ihnen gemeinsam die täglichen Gebete und das Freitagsgebet verrichten.
Wenn es eine allgemeine Auffassung darüber gibt, dass die Eigenschaft des Gläubigen (mu’min) nicht mehr vorhanden ist, so beten wir natürlich nicht hinter Nichtmuslimen. Nur dürfen wir folgendes nicht vergessen: Die schwierigste Entscheidung in diesem Leben ist es, davon überzeugt zu sein, dass ein Gläubiger (mu’min) aus dem Glauben ausgetreten sei. Vor dieser Art des Denkens sollte man sich fernhalten, denn sie ist sehr gefährlich. Durch diese oder jene Meinung, Ansicht oder Aussage eines Muslims, welches auf verschiedene Weise interpretiert oder verstanden werden kann, können wir nicht über Glaube oder Unglaube eines Menschen entscheiden.

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