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Tyrannei und Krieg

Was kann ich für die notleidenden muslimischen Völker machen?

Frage:
Was kann ich als Individuum für die Muslime in Syrien, Irak, Palästina, Ostturkestan, Arakan (Rhakhaing-Staat) u. v. a. machen, die unter Tyrannei leiden? Wir können jede Nacht in unseren Häusern in Ruhe einschlafen. Wird Allah uns dafür nicht zur Rechenschaft ziehen? Ich bekomme Angst, wenn ich die Gleichgültigkeit der Menschen und ihre Hingabe zum Weltlichen beobachte. Es kommt in mir das Gefühl hoch, dass wir es verdient hätten, wenn Allah seine Gaben (Ni’ma), mit der Er uns beschenkte, von uns nähme.

Antwort:
Wir sind eine Gemeinschaft (Ummah). Unser verehrter Prophet – Segen und Frieden auf Ihm – möchte, dass wir uns gegenseitig wie die Teile eines gesamten Körpers betrachten. Es ist eine Bedingung unseres Glaubens (Imân), dass wir uns um unsere Geschwister kümmern und ihre Sorgen als unsere betrachten, unabhängig davon, auf welchem Fleck der Erde sie sich befinden mögen. Dies ist eine Tatsache. Es gibt aber eine weitere Tatsache, welche die eigentliche Antwort auf Ihre Frage liefert. Dass ein Teil unseres Körpers uns Schmerzen bereitet, hängt auch mit dem Zustand der anderen Organe zusammen. Wir, als heutige Muslime, sind überall eine Gemeinschaft (Ummah). Wenn es an einer bestimmten Stelle an Stärke mangelt, kann dieser als Effekt an einer anderen Stelle der Welt zum Vorschein kommen. Wenn wir nun an einem bestimmten Ort eine qualitative Stärke auf Basis des Glaubens (Imân) vorweisen, kann dies zur Beseitigung der Probleme an einem anderen Ort führen – so Allah es erlaubt. Daraus ergibt sich folgendes Verständnis: Wenn wir die Probleme an anderen Orten wahrnehmen und nicht die gleichen Schmerzen nachempfinden können, müssen wir trotzdem unsere eigene Stärke wahren. Wenn wir, als Muslime dieses Landes, es schaffen standhaft auf den Beinen zu stehen, bedeutet dies auch eine Befreiung für andere Gegenden. Aus diesem Grund, ist es unsere vorderste Pflicht, nicht unserer Situation oder der Situation anderer nachzuweinen, sondern in unserem Umfeld dafür zu arbeiten, den Grad eines Gläubigen (Mu’min) zu erreichen. Dies kann durch Bittgebete (Du’â), durch Almosen (Sadaqa) oder durch Eifer erreicht werden, aber wir können dies zusammenfassend, als das Bewusstsein eines Gläubigen (Mu’min) bezeichnen, der sich im hohem Maße anstrengt (Dschihâd).

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