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Kindererziehung im Islam

Was muss ich bei der Erziehung meines Kindes beachten?

Frage:
Sie haben Ihren Platz in meinen Bittgebeten (Du’â). Möge Allah Ihnen beistehen und Ihre Zeit segnen. Erwähnen Sie uns und unsere drei Mädchen in Ihren Bittgebeten (Du’â). Über Kinder, welche die Grundschule besuchen sagten Sie, dass es für sie Pflicht ist, die Schule zu besuchen, jedoch zu Hause, eine Art“geistige Reinigung“ notwendig ist. Wie muss diese erfolgen? Was können Sie uns diesbezüglich empfehlen?

Antwort:
– Erst einmal sollte Ihre Wohnung inhaltlich und im Hinblick auf die menschlichen Beziehungen nicht der Schule gleichen. Um eine „geistige Desinfizierung“ vornehmen zu können, muss Ihre Wohnung „hygienisch“ sein. Da die Wohnung im Gegensatz zur Schule länger benutzt wird, wird ihr Kind – mit Allahs Willen – in Reinheit aufwachsen und das „Gift“ wird keine Wirkung zeigen. Damit Sie das auch umsetzen können, müssen Sie schauen, ob Ihre Wohnung den Glauben repräsentiert oder nicht. Wir empfehlen Ihnen hier, unser Buch „Mü’min Ev“ („Das Haus des Gläubigen“) durchzunehmen. Die Ehepartner sollten Auseinandersetzungen meiden, vor allem in Bezug auf die Kinder. Falls es doch zu einer Auseinandersetzungen kommen sollte, dürfen die Kinder dies nicht mitbekommen.

– Das Gebet (As-Salâh) und der Qur’ân an erster Stelle, müssen die Gottesdienste (‘Ibâdât) als ein Beleg für diese „Reinheit“ dienen. In einem Haus, wo der Qur’ân rezitiert wird, kann gesagt werden, dass Bedingungen für die „Sauberkeit“ existieren.

– Diejenigen, die in Ihr Haus ein- und austreten und sei es auch die Verwandtschaft, dürfen keine „Erreger“ mit sich bringen. Fall die Situation es erfordert, dürfen Sie sogar die Beziehungen mit Ihren Verwandten eingrenzen.

– Als Mutter und Vater müssen Sie die Kommunikation zu Ihrem Kind sehr aktiv halten. Die Kommunikation des Kindes zeigt Ihnen wie wirkungsvoll Sie waren. Sie dürfen nicht schimpfen, wütend werden und nicht schreien. Wenn Sie es nicht mehr aushalten, gehen Sie in einen Park und weinen Sie sich aus, wischen Sie dann Ihre Tränen weg und gehen Sie wieder nach Hause. Sie müssen diszipliniert sein, dürfen aber nicht die Hand erheben. Die Angst Ihres Kindes muss über die Liebe laufen.

– Erstellen Sie für sich und Ihr Kind einen Arbeitsplan. Teilen Sie diese Liste in Dinge auf die OBERSTE PRIORITÄT haben und Dinge die WICHTIG sind , damit die viele Beschäftigung nicht zu viel für Ihr Kind wird.

– Richten Sie sich bei der Erziehung des Kindes, bloß nicht an Ihrem eigenen Alter oder der Position des Vaters zu richten. Das Kind, hat das Recht zu spielen. Es ist sein Recht, Fehler zu begehen. Es ist sogar sein Recht, ins Bett zu nässen. Sehen Sie das Kind auch als Kind an. Es kann sein, dass Sie eine große Persönlichkeit aufziehen möchten, aber auch ein großer Mann wird als ein kleines Kind geboren und wird anschließend groß gezogen. Erdrücken Sie das Kind nicht mit Ihren Träumen und Erwartungen.

– Machen Sie eine wissende Person oder jemanden mit praktischer Erfahrung in Sachen Kinderziehung ausfindig, damit Sie sich einen Rat einholen können. Lassen Sie sich von dieser Person ständig beraten.

– Verlieren Sie ja niemals die Hoffnung. Fünf Jahre Kindeserziehung sind nicht viel. Auch fünfzig Jahre zählen nicht als viel. Einhundert Jahre sind keinesfalls viel. Wie lange hat Noah (Nuh) – Friede sei auf Ihm – gewartet? Wir glauben an einen Propheten Namens Noah (Nuh) – Friede sei mit Ihm -, aber warum? Ist es denn so einfach, zu glauben und danach diesen Glauben auszufüllen? Die Hoffnung zu verlieren, ist wie, an Blutmangel zu leiden…

– Sie sollten nicht die Nase voll bekommen, etwas zu erläutern und ständig zu wiederholen. Ob Sie etwas einmal oder zum achtzigsten Mal erklären, sollte für Sie keine Rolle spielen. Jedoch sollten Sie beim achtzigsten Mal Ihre Augen und Ihre Zunge auf eine andere Art und Weise zum Einsatz bringen.

– Zeigen Sie Ihrem Kind schöne Beispiele, die es in der Schule nicht sehen kann. Zu aller erst die Propheten, die Prophetengefährten (Sahâbi) und nutzen Sie die schönen Beispiele vorbildhafter Gläubiger (Mu’minûn) unserer heutigen Zeit.

– Versuchen Sie das Kind, vor schlechten Vorbildern zu bewahren. Fußballspieler sind schlechte Vorbilder. Jeder Fußballspieler ist ein Konkurrent, der die Stelle eines großen Vorbildes, wie z. B. von Fatih Sultan Mehmed einnehmen kann. Versuchen Sie, auf diese Art zu denken. Aber falls Ihrerseits ein Bestreben besteht, Ihr Kind zu einem Fußballer zu erziehen, dann hat sich die Sache erledigt.

– …Und seien Sie nicht unbewaffnet. Das Bittgebet (Du’â) ist Ihre einzige Waffe. Sprechen Sie vor allem Bittgebete (Du’â) im Anschluss an die rituellen Gebete (As-Salâh). Wenn Sie in besonderen Nächten aufstehen, sprechen Sie Bittgebete (Du’â). Verbleiben Sie nicht ohne Bittgebete (Du’â). Sprechen Sie diese Ihr Leben lang, jeden Tag und zu jeder Stunde aus.

Nureddin YILDIZ

 

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