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Wir sind praktizierende Christen und interessieren uns für den Islam

Frage:
Sehr geehrter Herr Yildiz,mein Bruder und ich interessieren sich seit vielen Jahren für den Islam. Wir beide sind fast 30 Jahre alt und haben zurzeit ein sehr starkes Interesse sowie ein Gefühl der Zugehörigkeit was die Theologie und die Praxis des Islams anbelangt. Im Alter von 9 – 10 Jahren hatten wir das erste Mal über den Islam gehört und uns für die Feste und Bräuche interessiert, zum Beispiel, die Beschneidung, kein Schweinefleisch, kein Alkohol usw. Nach einigen Monaten fingen wir an uns vermehrt mit der Glaubenslehre zu beschäftigen, die uns anzog. Wir waren und sind gläubige und praktizierende Christen die seit einigen Jahren sehr religiös leben, hatten und haben aber immer wieder Zweifel an der Trinität, vor allem große Zweifel an der Lehre des Paulus, die wir für verfälscht hielten bevor wir gelesen hatten, dass einige Muslime ebenfalls dieser Meinung sind. Religiös und kulturell hatten wir uns immer schon zur orientalischen Kultur hingezogen gefühlt, vor allem was die Musik, die Kulinarik, die Kultur, die Sprache und die Religion anbelangt. Wir versuchten als Jugendliche, all die Jahre weiter wie üblich zu leben wie wir es gewohnt waren, es kamen aber in Abständen von Monaten und 1-2 Jahren immer wieder Gedanken auf, eventuell den Islam anzunehmen, da wir immer wieder die Trinität, die Heiligenverherung im Christenum als blasphemisch empfinden obwohl wir jede Woche in der Kirche genau das praktizieren und beten. Immer wieder kamen und kommen Zweifel auf ob das richtig oder falsch ist. Ab und zu versuchten wir, die Neugierde und das Interesse zum Islam aufzuschieben oder gar als „Versuchung“ abzulehnen und zu vergessen – weil wir wussten, wenn wir uns wieder darauf einlassen, etwas im Qur-an zu lesen oder Videos und Vorträge anzusehen, dass die Versuchung wieder kommen würde. Seit ungefähr zwei Jahren essen wir kein Schweinefleisch mehr, trinken sehr selten Alkohol. Können sie uns bitte sagen was wir tun sollen?

Vielen herzlichen Dank.

Antwort:
Liebe Brüder,

  • Konsultiert die islamischen Gelehrten in eurer Umgebung und verlangt, dass sie euch den Islam erklären.
  • Persönliche Fragen könnt ihr an die Gelehrten richten.
  • Die Lebensweise der Muslime sollte für euch nicht als Maßstab gelten und nicht zu einem Urteil über den Islam führen.
  • Sprecht in euren Herzen Bittgebete zu Gott, indem ihr sagt „O Gott, unser Herr, zeige uns den Weg, der dein Wohlgefallen genießt.“
  • Wenn ihr die Möglichkeit besitzt, schaut euch einen gemeinschaftlichen Gottesdienst der Muslime an (bspw. das abendliche Gemeinschaftsgebet in einer Moschee).
  • Wenn ihr die Möglichkeit besitzt, besucht ein muslimisches Land, aber nicht für touristische Zwecke, sondern um den wahren Weg zu Gott zu finden.

Verehrte Brüder,
Fällt auf keinen Fall ein Urteil über den Islam, indem ihr die Lage der muslimischen Länder betrachtet oder die der sozialen Missstände. An dieser Situation ist nicht die muslimische Bevölkerung schuld, sondern andere Strippenzieher.

Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf daß ihr bedenken möget.“
(Sure an-Nahl, Vers 90)

Wenn ihr in eurem Umfeld auf Muslime trifft, die den obigen Qur’ân-Vers nicht ausleben, so interpretiert dies als eine persönliche Schwäche dieser Person.

Liebe Geschwister, der Prophet Muhammad – Friede und Segen seien mit ihm – sagt Folgendes:

Die Menschen sind wie Gold und Silber. Diejenigen, die in ihrer vorislamischen Zeit gut waren, sind auch diejenigen, die gut im Islam sein werden.

 Dies meint also, dass diejenigen, die als Nichtmuslime einen guten Charakter besitzen, diesen Vorteil auch für ihr Dasein als Muslime nutzen und erweitern werden bzw. zu ihrem Vorteil sein wird. Die islamische Glaubensüberzeugung (’îmân) bereichert ihren Charakter und fördert die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

Möge Gott euch den wahren Weg aufzeigen.

Friede sei mit euch.