Startseite / Sonstiges / Was muss ich als Christ beachten, wenn ich zum Besuch bei einer muslimischen Familie eingeladen bin?

Was muss ich als Christ beachten, wenn ich zum Besuch bei einer muslimischen Familie eingeladen bin?

Frage:
Ich lese die Fragen und Antworten auf Ihrer Seite mit großem Interesse. Ich habe mich als christlicher Theologe immer wieder mit dem Islam beschäftigt, mir fehlt jedoch viel Detailwissen und ein kompetenter Ansprechpartner. Meine muslimischen Freunde praktizieren ihren Glauben nur noch selten und haben mich daher an Ihre Seite verwiesen.
Ich wurde von einer tief religiösen muslimischen Familie eingeladen, deren Sohn ich in einer schwierigen Situation geholfen habe. Natürlich möchte ich meine Gastgeber bei meinem Besuch nicht beschämen. Worauf muss ich Acht geben?
Gott Schütze Sie!

Antwort:
An der sozialen Beziehung zwischen einem Muslim und einem Christen, gibt es nichts zu beanstanden. Nehmen wir den Verzehr von Schweinefleisch als Beispiel, so wird es hier problematisch, wenn bspw. die Essgewohnheiten des Christen (Verzehr von Schweinefleisch), durch den Muslim bedient werden, dem der Verzehr nicht erlaubt ist.

Sie dürfen jeden muslimischen Haushalt besuchen und soziale Kontakte knüpfen. Daran ist nichts auszusetzen. Ich empfehle Ihnen hierbei, auf folgende Dinge verstärkt zu achten:

  1. Für Sie auch sicherlich nachvollziehbar, ist die Tatsache, dass Sie während dem Besuch, den Glauben eines Muslims nicht in Frage stellen und über seine religiösen Gebote und Verbote nicht diskutieren bzw. diese in Frage stellen sollten.
  2. Wir, als Muslime, sitzen bei Besuchen geschlechtergetrennt. Eine Begrüßung zwischen muslimischen Frauen und Männern, die nicht den Status eines mahram einnehmen, also die den Status eines/r fremden Mannes/Frau einnehmen, geschieht ohne Körperkontakt (Händeschütteln etc.)
  3. Zu Tisch sind Alkohol und Schweinefleisch strikt verboten.
  4. Falls Ihr Besuch sich mit der Gebetszeit des Gastgebers überschneidet, sollten Sie Ihre Besuchszeit nicht derart in die Länge ziehen, dass der muslimische Gastgeber sein Gebet verpassen könnte.

Letzenendes gilt es zu wissen, dass es keinen Unterscheid gibt, im Respekt gegenüber Ihnen, verglichen mit dem Respekt gegenüber muslimischen Gästen. Seien Sie herzlich willkommen.

Sie sind auch herzlich willkommen, uns zu besuchen, wir würden uns freuen.